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 Waffenbau - Allgemeine Dinge die man beachten sollte

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Yrm



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BeitragThema: Waffenbau - Allgemeine Dinge die man beachten sollte   So 06 Apr 2008, 14:12

Nachfolgend werde ich euch ein paar wichtige Dinge auflisten, die man beim Bau einer Latex-Waffe beachten sollte.

1. Der Entwurf:
Bevor irgendwer auch nur Material zum basteln anfasst sollte eine Planskizze auf Papier gebracht werden.

Parier, Klinge und Knauf müssen ausgearbeitet werden.
Dazu sollte man verschiedene Möglichkeiten durchspielen und das geht am besten mit Bleistift und Block Smile

Verschätzt euch nicht in den Längenangaben. Hier mal ein paar Richtwerte:

Umfasst ein Lineal, damit ihr die Breite eurer Faust messen könnt.

Grifflänge:

Für Einhandschwerter: Faustbreite + 6 cm = Grifflänge

Für Bihänder: 2*Faustbreite + 2 cm = Grifflänge

Für Zweihänder: 2* Faustbreite + 9 cm = Grifflänge

Der Knauf:
Der Knauf sollte etwa 5-6 cm in der Länge messen.
Wobei er schon 2-3cm noch auf dem Kernstab sein sollte, so dass nur 3-4 cm überstehen, unter denen kein KErnstab ist.
Der Abstand Kernstabende - Waffenende wird besser mit 4 cm gewählt:
Sicher ist Sicher.

Das Parier:
Das Parier kann an Formen und Größen beliebig gewählt werden.
Aber beachtet, dass die Form die ihr wählt dick genug ist, um wirklich Schläge abzuhalten und euch nicht beim Schwingen behindert (also an eure Hände kommt).

Klingenlänge und Breite:
Die Klinge sollte aus Sicherheitsgründen durchgehend immer mindestens 2 cm Abstand vom Kernstab haben, sonst werden die Schläge zu hart und eure Waffe wird nicht zugelassen.
Am Ende des Kernstabes rechnet noch mindestens 4-5 cm dazu.
Weniger wäre zu unsicher, mehr würde eurer Klinge die Stabilität nehmen.

Gesamtlänge:
Die Gesamtlänge sollte unter oder bei den Maximalwerten liegen.
Die wichtigsten Partien sind Knauf, Griff und Parier. Diese Größen solltet ihr zuerst fest stehend haben, die Klinge kann variiert werden.

Maximallängen:
Dolche: max. 50cm
Einhänder: max. 110 cm
Bihänder: max. 135 cm
Zweihänder: max. 180 cm
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Yrm



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BeitragThema: Re: Waffenbau - Allgemeine Dinge die man beachten sollte   Di 20 Mai 2008, 22:11

2. Das Material
Nachdem nun die Form der zukünftigen Waffe festgelegt wurde, muss Material besorgt werden. Ihr braucht:

Pattex Classic:
Größere Gegenstände erfordern mehr Pattex, kleinere weniger.
Für einen Dolch solltet ihr mit 2 Tuben gut beraten sein.
Für ein Kurzschwert wird die dritte Tube leider unverzichtbar.
Für ein Langschwert "können" 3 Tuben ausreichen.
Alles was größer ist sollte Tube 4 auch in Betracht ziehen.

Alternativ zu Tuben können auch Dosen genommen werden.
Eine kleine Dose entspricht ca. 2-3 Tuben. Die Dosen sind billiger auf die Menge gerechnet, haben aber einen entscheidenden Nachteil. Während man das Pattex aus den Tuben sehr gut dosieren kann, braucht man für die Dosen einen Pinsel oder ähnliches zum Auftragen. Das ist dann nochmal zusätzlich ein Kostenfaktor, weil ein Pinsel ja nur wenige Anwendugen verträgt, bis das Pattex daran ausgetrocknet und völlig hart ist.
Mit Tuben kann man kleine Bahnen ziehen und dann mit einem Reststück an Schaumstoff zu einem feinen Film verteilen.

Die Dose eignet sich immer da, wo ihr wegen der Menge spart und sehr viel braucht. Ein Schild oder ein Hammer zum Beispiel ist mit Tuben nur mühsam zu beschichten. Da nimmt man dann den Pinselverlust mal in Kauf.

Es ist von Belang "Pattex Classic" zu nehmen. Da könnt ihr keinen Fehler machen.


Der Kernstab:

Der Kernstab muss aus Glasfaserkunststoff (GFK) sein. Alles andere hat nach meinem Wissen kaum die notwendigen Sicherheitseigenschaften.
Also bitte keine Experimente. Ihr tut Euch und anderen damit keinen Gefallen.

Mit den Abständen aus Teil 1 sollte es euch möglich sein die passende Länge an Kernstab zu kaufen.
Die gängigen Größen sind 2m 1,5m 1m.

Bedenkt der Grundzustand der Kernstäbe sollte nicht durch Hitze verändert werden (Biegungen), da sonst seien Stabilität verloren geht.
Wenn Ihr kernstäbe zersägt, dann achtet darauf, dass ich die Späne nicht inner Bude habt oder so.
Feinste Glassplitter im Fuss sind nicht das angenehmste. What a Face

Wer zwei 75er KErnstäbe haben will, wäre gut damit beraten 1 Kernstab à 1,5m zu nehmen Wink


Malerband:
Ja.. Warum eigentlich Malerband?

Die Oberfläche der Kernstäbe ist meistens mit einer Schutzschicht versehen oder zumindest abgeschliffen.
Das Problem ist, dass Pattex zwar ein Super genialer Kleber ist, aber man nicht damit rechnen sollte, dass es nach zahlreichen Einsätzen immernoch so fest sitzt.
Der Kleber an sich besteht aus einem polymerisierendem Teil und einem Lösungsmittel. Wenn das Lösungsmittel verdampft, dann ordnen sich die Möleküle zu größeren Polymeren an. Da die kleinen Moleküle bis tief in die Oberfläche der Schaumstoffstruktur eindringen können und sich dann erst zu größeren Strukturen formen, ist hier eine bombenfestigkeit zu finden. Einfach gesagt formen sich wahnsinnig viele molekulare Wiederhaken, die in den Schichten verankert sind, die wir zusammen kleben wollen. Dabei hilft natürlich auch die feinporige Schaumstoffmatte etwas nach Wink .
Die "Wiederhaken" drücken wir ja nach der Antrockenzeit fest zusammen. DAher auch die Stabilität der Pattexklebungen.

Das Problem: Die Moleküle können sich zum Teil nicht richtig fest im Kernstab verankern. Die Wiederhaken klemmen gut ineinander, aber die Basis der Kernstabhaken ist quasi zum Teil lose.

Ich habe deswegen immer ein bis zwei Schichten Malerband um den Kernstab gewickelt. Besonders an den Enden. Damit bleibt der Kernstab am Schaumstoff, so wie es vorgesehen war und ihr habt falls der Kernstab irgendwann mal brechen sollte vielleicht ein bisschen mehr Sicherheit.

Waffen mit losem Kernstab werden generell nicht abgenommen - von keiner SL.

Wer hier das tolle billige "nicht-klebende" Band (so will ichs mal nennen) verwendet, spart an der Sicherheit.

Es nützt ebenfalls nichts auf Malerband zu kleben, was sich dann selbstständig macht, da habt ihr noch weniger Stabilität als auf Kernstab pur.

Also das "angemessene" Band holen Wink
(so teuer ist das auch nicht).


Latex:

Gibt es meist Literweise zu kaufen.
Für einen Dolch: 1/5 bis 1/6 Liter Latexmilch
Für ein Kurzschwert: 1/5 bis 1/4 Liter Latexmilch
Für ein Langschwert: 1/4 bis 1/3 Liter Latexmilch
Für einen Zweihänder 1/3 Liter Latexmilch
Für einen Hammer: 1/4 bis 1/3 Liter Latexmilch
Für eine Stabwaffe 1/4 bis 1/3 Liter Latexmilch

Anfänger sollten davon ausgehen nicht nur einen Versuch zu machen, sondern das Ergebnis eventuell nochmal zu starten (doppelte Menge). Auch unterschätzt das Farbenanrühren nicht.
Genauso wie nicht alles auf der Waffe landet, sondern runtertropft.


Farben/ Pigmente
Gibts in jedem Baumakrt und Wohncenter: Abtönpasten
Für die MEtallic Effekte gibt es die tollen Table-top Farben.
Zu empfehlen sind "boltgun" für schwere und heftige Sachen "Mithril Silver" für feine filigrane Sachen und "Chainmail" als Standardfarbton.

Die sind schon fertig angemixt. Einfach nur noch in die Latexmischung und fertig.
Alternativ dazu gibts auch noch Metallic-Pigmente zu kaufen.
Die haben meistens eine schönere Außenform.

Der Schaumstoff
Die gängigen Schaumstoffmatten sind 1m * 0,5m.
Es sind Stärken von 1cm über 6mm und 2,5 cm bis hin zu 3 mm erhältlich.

Ihr braucht eine Mittelschicht in der Dicke des Kernstabes und Form eurer Waffe.
Wer sparsam sein will oder eine so große Waffe hat, dass es die Matte nicht hergibt, der teilt Klinge von Parier und Griffstück mit Knauf und klebt diese Später zusammen


Gleiches Gilt für die Ober und Unterschicht.
Ich nehme für Klingenwaffen meist den 6mm Schaumstoff.
Hier braucht ihr ebenfalls die Grundform Eures Schwertes und das eben 2 mal. Aber Vorsicht:
falsche Sparsamkeit kann hier ins Auge gehen.
Wenn ihr zum Beispiel für alle drei Schichten das Parierstück später anklebt, hat das Auswirkungen auf Stabilität und Form. Dann doch lieber so, dass die Außenschichten jeweils die Parierarme getrennt erhalten.



Schließlich kommt noch die "Abschlussschicht" für Parier und Knauf. Das ist jeweils die Knauf/Parierform aus 1cm dickem Schaumstoff auf Ober- und Unterseite geklebt.

Bei Hämmern, Äxten und Stabwaffen kann man das getrost vergessen.
Hier muss jeder selber sehen, dass er aus "genügend" dickem Schaumstoff die gewünschte Dicke seiner Waffe hinbekommt.

Stäbe sollten die Endstücken jeweils wie einen "Schwertknauf" betrachten, was die Äbstände und die Schichtenbauweise betrifft.
In der MItte kann man der Einfachheit halber einfach Rohrisolierung nehmen Smile
Aber man sollte vielleicht 1-2 Schichten Rohriso in Betracht ziehen. Insgesamt ist diese nämlich sehr dünne und darunter ist schon der Kernstab, also kann man mit zu harten Schlägen rechnen.

Für die Endstücken von Hämmern (Schlagfläche) empfehle ich Abwaschschwämme Very Happy .
Das Griffende sollte wie ein Schwertknauf gehandelt werden.
(gilt auch für Äxte)

Wenn ihr alles zusammen habt, dann daraus berechnen, wieviele Matten ihr benötigt. Restschaumstoff spart den Pinsel beim kleben.



Blei
Für austarierte Waffen empfiehlt es sich etwas Blei in den Griff einzuarbeiten.
Das bekommt man im Gardienenladen als Meterware.


Werkzeugleder
Um den Kernstab am Ausdringen aus dem Schaumstoff zu hindern solltet ihr euch sehr festes Leder besorgen. Zu dem erhaltet ihr dadurch eine sehr stabile Spitze, die in so manchem kampf erforderlich ist. Die Dicke des Werkzeugleders sollte schon 1-2 mm betragen.
Ihr braucht also Leder entsprechend eurer Formteile.

Griffleder
Für den Griff braucht ihr ebenfalls Leder. Das sollte man nähen können. Es sollte stabil genug sein, dass Sternzwirn es nicht zerreißt, aber auch dünn genug, dass man mit einer Nadel hindurchstechen kann.

Schneidzeug
Kuttermesser + Klingen
Rasierklingen

Die endgültige plastische Form müsst ihr schon vor dem AUftragen von Latex haben. Latex macht nur überall nen Bruchteil eines Milimeters mehr. kanten und Ecken und Einschnitte kann man dadurch nicht wegmachen.

Ist ne große Schnipselarbeit, aber wer sich die Mühe macht wird belohnt werden Very Happy

Bastelmaterial
Bunter Edding oder Stifte auf Ethanolbasis.
Pappe aus der man die Schnittmuster fertigt.
Eine Unterlage, die das Kuttermesser ab kann.
Pinsel und Anmischgläser (Selbermach-Pizza-Gläser) für die Latexmilch.
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